Seit der Urzeit grün - warum Ginkgo in die Pferdefütterung gehört

Es gibt Pflanzen, die sind so alt, dass sie schon Blätter hatten, als der T-Rex noch durchs Unterholz stapfte. Eine davon ist Ginkgo - der Methusalem unter den Gewächsen. Und nein, das ist kein Hipster-Kraut für Bio-Tee-Trinker, sondern ein echtes Naturtalent, das auch Pferden richtig guttun kann. Sanft, natürlich und mit einer Weisheit von 250 Millionen Jahren.

Warum also nicht mal die Kraft einer Pflanze nutzen, die mehr über das Leben weiß als dein Tierarzt, Google und der Stallnachbar zusammen?

Was ist Ginkgo eigentlich?

Ginkgo biloba stammt ursprünglich aus China, ist aber mittlerweile weltweit verbreitet und über 250 Millionen Jahre alt (ja, wirklich!). Das Besondere: Er ist weder Laub- noch Nadelbaum, sondern gehört zu seiner ganz eigenen Familie, dem Ginkgoaceae. Die Blätter sind fächerförmig und meist zweigeteilt. Sie sind hellgrün im Frühling und goldgelb im Herbst - ein echter Hingucker in jedem Garten. 

Was Ginkgo aber wirklich auszeichnet: Er ist extrem widerstandsfähig - gegen Pilze, Schädlinge und Umweltbelastungen. Kein Wunder also, dass er die Dinosaurier überlebt hat! Medizinisch genutzt werden die Blätter meist getrocknet. Und hier wird's auch interessant für dein Pferd.

Inhaltsstoffe & Wirkung beim Pferd

Die wichtigsten Wirkstoffe sind Flavonoide und Anthocyane - die Bodyguards deines Pferdes. Sie wirken antioxidativ, schützen die Zellen vor freien Radikalen und unterstützen das Immunsystem. Stell sie dir wie einen unsichtbaren Schutzschild für die Zellen deines Pferdes vor.

Der Star-Wirkstoff von Ginkgo sind jedoch die Terpenlide (Ginkgolid und Bilobalid). Diese Substanzen verdünnen das Blut auf natürliche Weise, verbessern die Fließeigenschaften und unterstützen die Mikrozirkulation. Außerdem schützen sie die Nervenzellen vor dem Zelltod und fördern das Zellwachstum. Praktisch ein Wellness-Programm für die Blutgefäße deines Pferdes.

Durch diese Verbesserung der Durchblutung - vor allem in kleinen Gefäße - kommt mehr Sauerstoff dort an, wo er gebraucht wird. Klingt vielleicht erstmal unspektakulär ist aber in vielen Bereichen ein echter Game-Changer:

  • Herz-Kreislauf-System
  • Regeneration nach Verletzungen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Hufrehe (als begleitende Maßnahme)
  • Allgemeine Vitalität bei älteren Pferden
  • Immunabwehr

Besonders bei Hufrehe kann Ginkgo unterstützend helfen, da Hufrehe oft mit Durchblutungsstörungen der Huflederhaut einhergeht.

Anwendung & Dosierung

Beim Füttern verwendest du am besten getrocknete Blätter, entweder als Ganzes oder zerkleinert. Du bekommst sie als Kräuter pur, in Mischungen, als Extrakt oder seltener auch als Tinktur. Die richtige Dosierung hängt von der Größe deines Pferdes ab.

Ginkgoblätter (getrocknet):

  • Großpferde: 20-40 g täglich
  • Kleinpferde und Ponys: 10-20 g täglich

Ginkgopulver:

  • Großpferde: 25 g täglich
  • Kleinpferde und Ponys: 12,5 g täglich

Flüssige Extrakte/Tinkturen: 

  • Dosierung nach Herstellerangaben

Am besten gibst du Ginkgo kurweise über 3-6 Wochen und legst dann eine 2-wöchige Pause ein. Das verhindert den Gewöhnungseffekt und gibt dem Körper Zeit zur Regeneration. Besonders gut funktioniert Ginkgo in Kombination mit anderen Kräutern: Zum Beispiel mit Weißdorn, der das Herz-Kreislauf-System unterstützt. Mit Gelenkkräutern fördert er die Regeneration des Bewegungsapparats und mit Löwenzahn hilft er bei der Entgiftung und dem Stoffwechsel.

Nicht geeignet ist Ginkgo bei…

  • Trächtigkeit, besonders in der letzten Trächtigkeitsphase
  • gleichzeitiger Gabe von Gerinnungshemmern (z.B. Heparin)
  • Blutungsneigung
  • vor Operationen (mindestens 2 Wochen vorher absetzen)

Außerdem kannst du ihn auch äußerlich anwenden. Ginkgo-Tinktur eignet sich z. B. bei schlecht heilenden Wunden, insbesondere wenn diese wegen unzureichender Durchblutung nur langsam abheilen. Denn die durchblutungsfördernden Eigenschaften kommen hier besonders zum Tragen - verdünnt als Waschung oder Umschlag kann er die Wundheilung unterstützen.

Auch bei Ekzemen, kleinen Hautverletzungen oder zur allgemeinen Hautpflege bei älteren Pferden kann eine Ginkgo-Lösung hilfreich sein. Dabei trägst du die Tinktur im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt auf die betroffenen Stellen auf. Besonders bei Mauke oder anderen Hautproblemen im Bereich der Fesseln, wo die Durchblutung oft schlechter ist, kann die äußerliche Anwendung eine sinnvolle Ergänzung zur innerlichen Gabe sein.

Worauf du bei Ginkgo achten solltest

Beim Ginkgolsäuregehalt solltest du besonders aufpassen und nur gereinigte Produkte mit kontrolliert niedrigem Ginkgolsäureanteil verwenden. Eine Teezubereitung aus Blättern ist ungeeignet, da die Wirkstoffe dabei nicht optimal herausgelöst werden und du keine Kontrolle über den Ginkgolsäuregehalt hast.

Qualität ist alles: Verwende nur schadstoffgeprüfte, hochwertige Ware und achte auf die Herkunft und die Verarbeitung. Zum Beispiel ist Bio-Qualität oder apothekenübliche Standards zu empfehlen. Dein Pferd hat nur einen Magen - also gib ihm das Beste!

Gut zu wissen!

Ginkgo ist generell magenfreundlich, aber wie bei allen Kräutern gilt: Langsam rantasten! Beginne mit der halben Dosis und steigere diese über eine Woche. Bei empfindlichen Pferden lieber mit dem Futter geben als auf nüchternen Magen.

Fazit: Der pflanzliche Dino mit Power fürs Pferd

Ginkgo ist eine der ältesten Pflanzen der Erde - und trotzdem aktueller denn je. Seine durchblutungsfördernden und zellschützenden Eigenschaften machen ihn zu einem spannenden Baustein in der Ergänzungsfütterung von Pferden. Gerade bei Hufrehe, älteren Pferden, Kreislaufschwäche oder Regeneration kann Ginkgo sinnvoll unterstützen - vorausgesetzt, man setzt ihn gezielt und qualitativ hochwertig ein.

Denk daran: Ginkgo ist kein Wundermittel, aber ein natürlicher Helfer mit 250 Millionen Jahren Erfahrung. Also gönn deinem Pferd ruhig ein Stück Urzeit-Power - es wird dir mit besserer Durchblutung, mehr Vitalität und einem Lächeln danken. Wobei, lächeln können Pferde ja nur bedingt... aber du weißt, was ich meine!

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