Fellwechsel beim Pferd naturnah unterstützen

Der Fellwechsel beim Pferd ist kein gemütlicher Winterschlussverkauf der Natur, sondern ein echter Stoffwechselmarathon. Hinter dem täglichen Haarflug steckt ein intensiver biologischer Umbauprozess, der viele Pferde sichtbar fordert. Mattes Fell, Juckreiz oder ein zäh verlaufender Fellwechsel sind dabei häufig keine Zufälle, sondern direkte Folgen einer unausgewogenen Versorgung.

Mit einer naturnahen, auf den Stoffwechsel abgestimmten Fütterung kannst du deinem Pferd diese anstrengende Phase jedoch spürbar erleichtern. Genau darum – und wie du das praktisch umsetzt – geht es in diesem Artikel.

Wie funktioniert der Fellwechsel beim Pferd?

Bevor wir uns die Futterschüssel schnappen, lass uns erst kurz verstehen, was beim Fellwechsel eigentlich genau passiert. Denn hier läuft mehr ab als dass nur alte Haare ausfallen und neue nachwachsen. 

Der Fellwechsel beim Pferd wird hauptsächlich durch die Photoperiode gesteuert – also durch die Tageslänge. Wenn die Tage länger werden, registriert das Pferdegehirn über die Netzhaut die veränderten Lichtverhältnisse. Das wiederum beeinflusst die Produktion von Melatonin, dem Schlafhormon. Weniger Melatonin signalisiert dem Körper: „Der Frühling kommt und das Winterfell muss weg!". Die Temperatur hat lediglich einen Einfluss auf die Dichte und die Länge des Fells, aber löst den Wechsel nicht direkt aus. 

Die Fellproduktion von Winter auf Sommer beginnt dabei in der Regel schon ab dem 21. Dezember. Sichtbar wird er allerdings erst zwischen Januar und März, wenn das alte Fell ausfällt und das leichtere Sommerfell durchkommt. Jedoch ist das auch abhängig von Rasse, Alter, Haltung und individueller Konstitution. Pferde in beheizten Ställen mit viel künstlichem Licht können bereits früher beginnen, während robuste Rassen im Offenstall oft etwas später dran sind.

Diese Hormonumstellung löst eine ganze Kaskade von Prozessen aus. Das Pferd wechselt nicht nur sein Fell, sondern stellt gleich seinen gesamten Stoffwechsel um. Das dichte, isolierende Winterfell mit seinen langen Deckhaaren wird durch ein feines, kurzes Sommerfell ersetzt. Klingt simpel? Von wegen! Denn während wild lebende Pferde in der Natur meist an diese Zyklen angepasst sind und über eine vielfältige, nährstoffreiche Nahrung verfügen, haben unsere Hauspferde oft ganz andere Bedingungen: künstliches Licht im Stall, eingeschränkte Bewegung und einseitige Fütterung. Kein Wunder, dass viele den Fellwechsel als echte Belastung erleben.

Warum der Fellwechsel so kräftezehrend ist

Jetzt wird’s spannend. Der Fellwechsel ist nämlich kein kosmetisches Ereignis, sondern eine echte Stoffwechselaktivierung auf Hochtouren. Stell dir vor, dein Pferd baut innerhalb weniger Wochen eine komplett neue Außenhülle – jedes einzelne Haar wird ersetzt. Das kostet nicht nur ein bisschen Kraft, sondern eine enorme Menge an Energie, Nährstoffen und körpereigener Regenerationsleistung.

Damit dieser Umbau aber reibungslos funktioniert, braucht der Körper vor allem ausreichend Proteine und essentielle Aminosäuren. Schließlich besteht das Fell überwiegend aus Keratin und das kann der Organismus nur dann bilden, wenn genügend Eiweißbausteine wie Lysin und Methionin zur Verfügung stehen. Eine naturnahe Möglichkeit, den Bedarf zu decken, sind hochwertige Eiweißquellen wie Esparsette oder Luzerne (Code: Pförd05 unbedingt nutzen!). Sie liefern dem Körper genau die strukturbildenden Bausteine, die er in dieser Phase dringend benötigt.

Währenddessen arbeiten Leber und Nieren auf Hochtouren, denn beim Abwerfen des alten Fells entstehen jede Menge Stoffwechselprodukte, die gefiltert, abgebaut und ausgeschieden werden müssen. Belastet man den Körper hier zusätzlich mit schwer verdaulichen Kraftfuttern oder zu viel Stärke, geraten diese Entgiftungsorgane schnell an ihre Grenzen. Gleichzeitig steht auch das Immunsystem unter Druck. Denn die Haut – als größtes Organ – ist während des Fellwechsels besonders aktiv, empfindlich und anfällig. Kleine Irritationen, Schuppen, Juckreiz oder stumpfes Fell sind oft erste Warnzeichen dafür, dass der Organismus Unterstützung braucht.

Kurzum: Der Fellwechsel beim Pferd ist nichts anderes als ein Stoffwechsel-Hochleistungssport. Und wenn die Ernährung nicht stimmt, wird diese anstrengende Phase schnell mal doppelt so schwer. Eine naturnahe und nährstoffbewusste Fütterung ist daher nicht nur „nice to have“, sondern der entscheidende Schlüssel für einen gesunden, schnellen und stressfreien Fellwechsel.

Die Basis für einen gesunden Fellwechsel

Die Basis einer artgerechten Fütterung ist und bleibt hochwertiges Heu. Warum? Weil Pferde Dauerfresser sind. Ihr Verdauungssystem ist auf eine kontinuierliche Raufutteraufnahme ausgelegt, da der Magen ständig Magensäure produziert. Heu liefert also nicht nur Struktur für den Darm, sondern auch wichtige Nährstoffe – vorausgesetzt, die Qualität stimmt!

Ein gutes Heu ist hygienisch einwandfrei, rohfaserreich und frei von Staub und Schimmel. Es bildet die Grundlage für ein gesundes Mikrobiom alias die Darmflora, die nicht nur die Verdauung, sondern auch das Immunsystem sowie die Haut- und Fellgesundheit beeinflusst. Zudem produziert ein gesunder Darm B-Vitamine, welche die Nährstoffaufnahme optimieren und Entzündungsprozesse minimieren. Ein Pferd mit stabilem Mikrobiom kommt daher deutlich besser durch den Fellwechsel.

(Wenn du mehr über Raufutter wissen willst, schau dir gerne meinen ausführlichen Blogartikel dazu an!)

Eine naturnahe Fütterung bedeutet also: Heu, mineralstoffbewusst ergänzen sowie Zucker und Stärke minimieren.

Welche Nährstoffe jetzt wirklich wichtig sind

Okay, Heu ist also die Basis, das haben wir verstanden. Aber reicht das? Meistens nicht. Denn selbst gutes Heu deckt nicht immer den erhöhten Bedarf an Spurenelementen und Vitaminen, die im Fellwechsel benötigt werden. Deshalb schauen wir uns jetzt an, was Pferde sonst noch brauchen.

Spurenelemente – die Mikro-Helden für Haut und Haar

Zuerst kommen wir zum Zink. Er ist der Superstar für die Hautregeneration und die Bildung von Keratin. Ohne ausreichend Zink wird das Fell stumpf, brüchig und der Fellwechsel zieht sich ewig. Besonders Pferde mit Ekzemen, Mauke oder chronischen Hautproblemen profitieren von einer guten Zinkversorgung. Als nächstes haben wir Kupfer, was nicht nur für die Pigmentierung wichtig ist (sonst wird das Fell blass oder fleckig), sondern auch für das Haarwachstum selbst. Ein Kupfermangel zeigt sich oft in struppigem und farblosem Fell.

Mangan steht auch auf der Liste und wird für zahlreiche Enzymprozesse gebraucht, die am Aufbau von Haut und Haar beteiligt sind. Es ist also wie der stille Helfer im Hintergrund. Dann gibt es noch Selen, die die Zellen vor oxidativem Stress schützen. Gerade im Fellwechsel, wenn der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft, ist das Gold wert - in natürlicher Form. Und zuletzt noch Schwefel (z. B. als MSM), der essentiell für die Struktur von Bindegewebe, Haut und Haar ist. Viele Pferde mit brüchigem Fell oder schlechter Hufqualität haben oft zu wenig Schwefel.

(Mein Geheimtipp: Klicke einfach auf die einzelnen Spurenelemente und spare mit dem Code Pförd bei jedem Einkauf.)

Vitamine – Schutz und Aufbau

Schauen wir uns nun die Vitamine an. Vitamin A und E sind vor allem für Haut, Schleimhäute und das Immunsystem wichtig. Sie wirken antioxidativ und schützen die Zellen. Gutes Heu und frisches Gras liefern hier zwar die Vorstufen (Beta-Carotin), aber in intensiven Phasen kann eine Ergänzung durchaus sinnvoll sein.

B-Vitamine werden größtenteils von einer gesunden Darmflora produziert. Deshalb ist eine naturnahe Fütterung hier auch doppelt wichtig. Denn ein gesunder Darm = ausreichend B-Vitamine = besserer Fellwechsel.

Eiweißversorgung – Bausteine für neues Fell

Fell besteht aus Keratin und das braucht Protein. Genauer gesagt: essentielle Aminosäuren wie Lysin und Methionin. Diese kann das Pferd nicht selbst bilden und müssen konsequent über die Nahrung zugeführt werden. Natürliche Eiweißquellen sind hier hochwertiges Heu (besonders Kräuterheu) sowie Luzerne, Esparsette oder Ölsaaten wie meine Ölsaatenmischung Kraft Körner. Sie liefern dem Körper die benötigten Bausteine, ohne den Stoffwechsel unnötig zu belasten.

Doch Achtung: Künstliche Proteinbooster oder große Mengen Kraftfutter klingen oft verlockend, überfordern aber schnell die Leber und bringen das empfindliche Gleichgewicht des Stoffwechsels durcheinander. Hier gilt ganz klar: Qualität vor Quantität!

Mineralfutter – der Schlüssel

Eine hochwertige Mineralversorgung wie mit meiner Mineralquelle ist ebenfalls Gold wert. Denn der Fellwechsel ist ein echter Mikronährstofffresser: Für die Bildung neuer Haare und die Regeneration der Haut benötigt der Körper (wie oben bereits beschrieben) große Mengen an Zink, Kupfer, Mangan, Selen und weiteren Spurenelementen. Jedoch sind diese Elemente im Heu – je nach Boden- und Erntebedingungen – oft sehr unterschiedlich oder sogar nur unzureichend enthalten.

Deshalb lohnt es sich, das Heu zusätzlich analysieren zu lassen und die Mineralversorgung dann gezielt darauf abzustimmen. So stellst du sicher, dass dein Pferd wirklich das bekommt, was es braucht und vor allem auch in der richtigen Zusammensetzung. Ein pauschales „irgendein Mineralfutter“ ist in den meisten Fällen schlicht zu ungenau. 

Deshalb entscheidet gerade im Fellwechsel nicht die Menge, sondern die Vielfalt. Hochwertige, bedarfsorientierte Mineralien, wie sie auch in der Mineralquelle enthalten sind, schließen bestehende Lücken im Grundfutter, entlasten den Stoffwechsel und sorgen dafür, dass Haut, Haar und Immunsystem überhaupt optimal arbeiten können. Ohne diese Basis kann selbst die beste Eiweißversorgung nicht das leisten, was sie sollte.

Praktische Unterstützung im Alltag

Neben der Grundfütterung gibt es aber auch noch weitere natürliche Helfer, die den Fellwechsel gezielt unterstützen können. Doch Achtung: Kräuter & Co. sind das Sahnehäubchen, nicht der Kuchen. Ohne solide Basis (Heu + Mineralstoffe) bringen sie recht wenig.

Kräuter, die Power haben, sind beispielsweise…

  • Brennnessel: Sie sind ein echter Allrounder, da sie den Stoffwechsel unterstützen, die Blutbildung fördern und entgiftend wirken. 
  • Mariendistel: Sie stärkt die Leber – das zentrale Entgiftungsorgan, welches im Fellwechsel Schwerstarbeit leistet.
  • Klebkraut: Es regt das Lymphsystem an und hilft, die Stoffwechselprodukte auszuleiten.

Wenn du's dir einfach machen willst: Meine Kräutermischung Pelzwechsel Power ist speziell für den Fellwechsel zusammengestellt und vereint Kräuter, die dein Pferd optimal unterstützen. 

Außerdem darf man Ölsaaten wie Leinsamen oder Sonnenblumenkerne nicht vergessen. Sie liefern wertvolle Fettsäuren und Spurenelemente. Aber bitte nur in Maßen füttern! Zu viel Öl kann nämlich den Stoffwechsel belasten. Meine Ölsaatenmischung Kraft Körner ist daher eine ausgewogene Option.

Gutes Grooming hilft ebenfalls, abgestorbene Haare zu entfernen und die Durchblutung der Haut anzuregen. Aber auch hier ersetzt die beste Kardätsche der Welt keine gute Fütterung. Und auch Bewegung und Auslauf sind wichtig. Sie regen den Kreislauf und das Lymphsystem an und helfen dem Körper, Stoffwechselprodukte abzutransportieren. Ein Pferd, das sich viel bewegt, kommt meist besser durch den Fellwechsel.

Besondere Aufmerksamkeit für Risikopferde

Pferde mit EMS, PPID, PSSM oder Senioren brauchen oft eine angepasste Fütterung. Hier ist besondere Vorsicht bei Zucker, Stärke und auch verschiedenen Futtermitteln geboten. Der Fellwechsel kann bei diesen Pferden verzögert oder problematisch verlaufen, was ein Zeichen dafür ist, dass der Stoffwechsel Unterstützung braucht. Gerade bei solchen Pferden lohnt sich eine individuelle Futterberatung, um einen maßgeschneiderten Plan zu erstellen, der die speziellen Bedürfnisse berücksichtigt.

Fazit: Ganzjährig naturnah füttern = entspannter Fellwechsel

Der Fellwechsel beim Pferd ist kein Mode-Event, sondern ein biologischer Hochleistungsprozess. Wenn dein Pferd jetzt müde wirkt, die Haut juckt oder das Fell ewig braucht, liegt das meistens nicht am Fellwechsel selbst, sondern an einem überforderten Stoffwechsel.

Die gute Nachricht: Mit naturnaher Ernährung kannst du deinem Pferd den Fellwechsel massiv erleichtern. Hochwertiges Heu als Basis, eine gut abgestimmte Mineralversorgung, gezielt eingesetzte Kräuter und der Verzicht auf unnötiges Kraftfutter entlasten Leber, Nieren, Darm und Immunsystem. So kann der Körper seine Energie dorthin lenken, wo sie gebraucht wird.

Wenn du jetzt unsicher bist, ob die Fütterung deines Pferdes optimal ist, dann lass uns gemeinsam einen individuellen Plan erstellen. Mit meiner Futterberatung schauen wir genau, was dein Pferd braucht – abgestimmt auf Haltung, Gesundheitszustand und Heuqualität.

Und wenn du deinem Pferd jetzt sofort etwas Gutes tun willst: Probiere meine Pelzwechsel Power. Sie ist DIE naturnahe Unterstützung für einen entspannten Fellwechsel.

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