Es gibt diese Momente, in denen ich vor meinem Pferd stehe und mich frage: „Was kann ich dir Gutes tun?“. Vielleicht kennst du das auch – diesen Wunsch, das Beste zu bieten, ohne auf künstliche Zusätze oder komplizierte Futtermischungen zurückgreifen zu müssen. Denn während wir oft nach dem neuesten Futtertrend suchen, liegt manchmal das Beste direkt vor unserer Nase – unscheinbar, bewährt und voller natürlicher Kraft.
Esparsette ist nicht nur ein Notfallhelfer für schwierige Zeiten, sondern ein solides Basisfutter, das das ganze Jahr über seinen Platz im Futterplan verdient hat. Eine unscheinbare Pflanze mit dem rustikalen Charme eines Wildkräuters und der verborgenen Power eines Superfoods - speziell für Pferde, die mehr brauchen als trockene Halme und gute Absichten.

Was ist Esparsette?
Esparsette (Onobrychis viciifolia) ist eine Hülsenfruchtpflanze, die ursprünglich aus dem sonnigen Mittelmeerraum stammt. Sie gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler. Mit ihren zarten, rosa-violetten Blüten, die an kleinen Stielen emporragen, und ihren gefiederten Blättern ist sie nicht nur ein Augenschmaus auf der Wiese, sondern auch ein wahres Geschenk für unsere Pferde.
In der Pferdefütterung wird Esparsette vor allem in Form von Esparsette Cobs eingesetzt. Die Cobs sind besonders praktisch. Eingeweicht verwandeln sie sich in eine saftige, faserreiche Mahlzeit, die super verdaulich ist. Besonders für Pferde, deren Zähne, Alter oder wählerischer Appetit nicht mehr mit frischem Weidegras mithalten können.
Es ist fast, als hätte Mutter Natur dieses Powerpaket speziell für unsere Vierbeiner entworfen: "Hier, nimm das! Schmeckt nicht nur gut, sondern hält auch noch den ganzen Organismus in Schuss."
Die Vorteile von Esparsette auf einen Blick
Die unscheinbare Esparsette hat es in sich – und was sie alles kann, lässt selbst erfahrene Pferdemenschen staunen. Warum diese Pflanze mehr als nur ein gewöhnliches Futtermittel ist und welche verborgenen Kräfte in ihr schlummern erfährst du hier:
Top-Futter für schwerfuttrige Pferde
Der Eiweißgehalt der Esparsette ist zwar geringer als der von Luzerne, aber das macht sie keineswegs weniger wertvoll – im Gegenteil! Was Esparsette wirklich auszeichnet, ist ihr hervorragendes Aminosäurenprofil. Sie punktet mit einer nahezu idealen Zusammensetzung. Besonders reich ist Esparsette an Lysin, Methionin und Threonin – jenen Aminosäuren, die für den Pferdestoffwechsel besonders wichtig sind und oft in anderen Futtermitteln zu kurz kommen. Die hochwertige Proteinqualität, kombiniert mit niedrigen Zucker- und Stärkewerten, macht sie zu einem echten Qualitätsfutter.
Außerdem ist sie auch für wahre Feinschmecker ein Muss. Denn kennst du diese Pferde, die jedes Kräuterchen dreimal umdrehen, bevor sie sich zum Fressen herablassen? Die gleichen Exemplare stürzen sich oft begeistert auf Esparsette, als wäre es Pferdeeis mit Heusprinkles. Diese scheinbar unwiderstehliche Pflanze ist ein großer Gamechanger selbst bei den größten Futterdiven.
Sanft zur Verdauung
Ein weiterer unschätzbarer Vorteil der Esparsette liegt in ihrer sanften Wirkung auf das Verdauungssystem. Die enthaltenen Gerbstoffe, auch Tannine genannt, arbeiten wie natürliche Regulatoren für ein stabiles Darmmilieu. Diese Eigenschaft macht die Pflanze besonders wertvoll bei Pferden, die zu Kotwasser, Blähungen oder empfindlichem Magen neigen. Während manch anderes proteinreiches Futter den Darm in eine chemische Versuchsstation verwandelt (wir alle kennen diese explosiven "Überraschungen"), bleibt es bei Esparsette erstaunlich ruhig im Bauch. Die enthaltenen Tannine wirken wie ein natürlicher Stabilisator für die Darmflora und können selbst bei empfindlichen Pferden zu einer ausgeglichenen Verdauung beitragen.
Ideal bei besonderen Bedürfnissen
Esparsette erweist sich als wahrer Segen und ist eine wertvolle Bereicherung zum Grundfutter, wie z. B. Heu oder Heucobs. Seniorpferde, deren Zahnapparat mehr an eine lückenhafte Landkarte als an ein funktionierendes Gebiss erinnert, finden in eingeweichten Esparsette Cobs eine leicht zu kauende und dennoch nährstoffreiche Zusatzmahlzeit. Auch für Pferde, die beim Futter die Nase rümpfen, als wären sie Restaurantkritiker, bietet die mild-aromatische Esparsette oft ein geschätztes Highlight der täglichen Ration. Besonders bemerkenswert ist zudem ihre positive Wirkung auf stressgeplagte Blütertypen oder Vierbeiner mit viel innerer Unruhe. Die ausgewogene Nährstoffzusammensetzung ohne Zuckerüberschuss kann dazu beitragen, diese temperamentvollen "Ich-explodiere-gleich"-Typen zu unterstützen, ohne sie zusätzlich anzufeuern.

Esparsette: Wirkung auf die Pferdegesundheit
Die umfassende Wirkung der Esparsette auf die Pferdegesundheit ist beeindruckend vielseitig. Sie fördert durch ihre ballaststoffreiche Struktur und die enthaltenen Bioaktivstoffe eine gesunde Darmflora, was wiederum als Grundstein für ein starkes Immunsystem gilt. Während der Mensch auf Superfood-Smoothies und Nahrungsergänzungsmittel schwört, kann das Pferd ganz entspannt seine Esparsette mümmeln.
Besonders faszinierend ist die natürliche wurmabweisende Wirkung. Die enthaltenen Tannine schaffen ein Milieu, in dem sich Parasiten deutlich unwohler fühlen. Dies kann als unterstützende Maßnahme zur konventionellen Wurmprophylaxe dienen, ohne den Organismus mit chemischen Substanzen zu belasten. Natürlich ersetzt sie keine notwendige Wurmkur, aber sie kann durchaus als natürliche Ergänzung des Parasitenmanagements betrachtet werden.
Esparsette Fütterung: Wie, wann & wie viel?
Die Esparsette Cobs solltest du immer einweichen. Mindestens in einem Verhältnis von 1:3 mit Wasser, Wasser drauf, kurz warten, fertig ist das Gourmetgericht!
Wann sollte man Esparsette füttern?
Esparsette ist wie dieser eine Freund, der immer zur Stelle ist, wenn man ihn braucht. Besonders wenn die Nährstoffdichte im Grundfutter nachlässt, kann sie den entscheidenden Unterschied machen. Zwischen einem glänzenden, vitalen Pferd und einem, das aussieht wie ein verwitterter Gartenzwerg. Außerdem ist Esparsette sinnvoll bei:
- Zahnproblemen
- Gewichtsproblemen
- Seniorpferden
- Pferden im Blütertyp
- Empfindlichem Magen
- Ab Spätsommer, wenn die Weidequalität nachlässt ("Heu am Stiel"-Saison)
Wann sollte man Esparsette lieber nicht füttern?
Wichtig ist auf die Gesamteiweißbilanz achten. Wenn bereits andere eiweißreiche Komponenten wie Luzerne, Soja oder spezielle Ergänzungsfuttermittel zum Einsatz kommen, sollte die zusätzliche Eiweißmenge durch Esparsette berücksichtigt werden. Eine massive Überversorgung mit Protein kann die Nieren unnötig belasten. Wie so oft in der Pferdefütterung gilt auch hier: Die Balance macht's, und eine bewusste Abstimmung aller Futterkomponenten ist der Schlüssel zum Erfolg.
Fazit: Kleine Pflanze, große Wirkung
Esparsette für Pferde ist nicht nur ein Trend, sondern eine Rückbesinnung auf bewährte Naturkraft. Sie punktet mit einem ausgewogenen Nährstoffprofil, einer sanften Wirkung auf die Verdauung und ist für Pferde mit besonderen Bedürfnissen ein echter Gamechanger.
Ob du nun ein schwerfuttriges Rentnerpony, einen temperamentvollen Blüter oder einen vierbeinigen Feinschmecker im Stall hast - mit Esparsette fütterst du smart, natürlich und ganz nah am Ursprung. Das ist Pferdeliebe in ihrer praktischsten Form!
